Hoch über Lissabon liegt der Cemitério dos Prazeres, einer der bekanntesten Friedhöfe der Stadt. Schon von weitem fällt die riesige Anlage mit ihren unzähligen Grabkapellen auf. Regelmäßig sieht man ihn wenn man über die Ponte Aril 25 in die Stadt fährt. Bei einem Spaziergang wirkt der Friedhof fast wie eine kleine Stadt. Entlang breiter Wege stehen dicht an dicht Mausoleen und Familiengrabstätten, viele davon reich verziert. Durch die teilweise verglasten Türen kann man sogar einen Blick ins Innere werfen.
Der Friedhof entstand nach einer Choleraepidemie im Jahr 1833. Hier wurden im Laufe der Zeit zahlreiche bekannte Portugiesen beigesetzt. Besonders beeindruckend fand ich aber weniger einzelne berühmte Gräber als die gesamte Anlage und die für uns ungewohnte Art der Bestattung. Man sieht häufig Kapsel des Schlafmohns auf Grabsteinen als Symbol für tiefen Schlaf, aus Stein nachempfundene Baumstümpfe oder Äste als Zeichen eines zu früh geendeten Lebens und auch viele Totenköpfe und Knochen, dafür praktisch keine Bepflanzung der Gräber.


















